Bildung

Lebenslanges Lernen wird gelebt. Jede*r möchte lernen, verbindet es positiv und hat Zugang dazu, sowohl Kinder als auch Erwachsene.

Schüler*innen stehen im Mittelpunkt des Bildungssystems. Sie lernen zu lernen. Das ist sehr individuell. Ich lerne zum Beispiel: Was kann ich gut und was möchte ich noch erreichen? Was möchte ich dazu lernen? Woher bekomme ich die Inhalte? Wie lerne ich? Wie fasse ich zum zusammen, wie interpretiere ich, wie ziehe ich eigene Schlussfolgerungen, wie mache ich meine eigenen Inhalte daraus? Woran werde ich gemessen? Wie prüfe ich meinen Fortschritt? 

Schulen befähigen zum reflektierten und wertschätzenden Denken und Handeln, sowohl für das Individuum als auch für die Gemeinschaft und die Umwelt. Erwachsenenbildung beinhaltet zum Beispiel Kommunikation, persönliche Entwicklung und „Er“ziehung. Einige Bildungsinstitutionen arbeiten generationsübergreifend, bieten zum Beispiel Schule und Erwachsenenbildung an. Dabei überschneiden sich teilweise die Inhalte. Zum Beispiel ist das Lernen einer guten zwischenmenschlichen Kommunikation gleichermaßen für Kinder und für Erwachsene relevant. Dabei ist nicht zwingend erforderlich, dass Kinder und Erwachsene gleichzeitig lernen.

Es gibt eine intensive Verzahnung von Bildung und Wirtschaft. Arbeitgeber engagieren sich in der Bildung, um von den Perspektiven des Nachwuchses zu profitieren, sie auf die Arbeitswelt vorzubereiten, sie frühzeitig auf sich aufmerksam zu machen und die eigenen Anforderungen aus der Arbeitswelt in die Welt der Bildung hineinzugeben. Schüler*innen wird frühzeitig ein Kennenlernen der regionalen Unternehmen und Jobs ermöglicht. Handwerksbetriebe haben so beispielsweise gute Möglichkeiten frühzeitig Nachwuchs zu finden.

Bildungseinrichtungen beziehen ihre Umgebung mit ein. Beispielweise können Eltern, wenn sie möchten, am Schulleben teilhaben. Berufe der Eltern und der Umgebung werden berücksichtigt. Schüler besuchen Seniorenheime der Umgebung. Sie lernen, wie ihre regionale Umgebung entstanden ist und was sie ausmacht. Sie entwickeln schon in der Schule Ideen, wie sie die Umgebung unterstützen und in die Zukunft tragen können.

Lehrer*innen besitzen die Fähigkeit zu erkennen, wie jede*r einzelne Schüler*in am besten lernt und was sie/er gerade braucht, um zu lernen. Sie helfen selbständig zu lernen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, dass Lehrer*innen alles selbst wissen. Dennoch gibt eine Schwerpunktsetzung in der fachlichen Kompetenz der Lehrer*innen. Sie arbeiten themenübergreifend zusammen. Lehrer*innen werden dafür geschätzt, dass sie besonders gut auf die individuellen Persönlichkeiten und Hintergründe eingehen können. Es wird gesehen, dass auch dazu gehört, die Schüler*innen über das Umfeld der Schule hinaus zu unterstützen, zum Beispiel bei familiären Herausforderungen, körperlichen oder geistigen Einschränkungen.

Lehrer*innen haben eine hohe Bedeutung in der Gesellschaft. Sie werden so unterstützt, dass sie sich auf die Lehrtätigkeit konzentrieren können. Bei besonderen Herausforderungen erhalten sie Unterstützung. So wie es in der Wirtschaft professionelle unterstützende Funktionen gibt, so wird es auch in der Schule finanziert und gelebt.

Lehrer*innen werden darin unterstützt ihre Skills und Fachkompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Lebenslanges Lernen, gegenseitiger Austausch, lernen von anderen und persönliche Weiterentwicklung sind selbstverständlich.

Besondere Lernbedarfe und Herausforderungen beim Lernen werden gut berücksichtigt und koordiniert. Zum Beispiel wird erkannt, wenn zu Spezialgebieten besonderer Lernbedarf besteht. Zunächst vermeintlich auffällige Schüler*innen werden ernst genommen, so dass ihre individuellen Bedürfnisse und besonderen Stärken sichtbar werden.

Bildungsangebote sind flexibel nutzbar, so dass jede*r Zugang zu diesen hat, zum Beispiel je nachdem wo man lebt, wie man lebt, welche Voraussetzungen man mitbringt und wie man am besten lernt. Die physische und digitale Welt ist auch in diesem Bereich verschmolzen, so dass situationsgerecht die richtige Lösung bereitgestellt werden kann. Homeschooling ist in Deutschland erlaubt. Entsprechende Konzepte, die die Interaktion mit anderen berücksichtigen, haben sich weiterentwickelt. Dabei wird zum Beispiel digitales Lernen und partiell physisches Lernen in Gruppen kombiniert.

Lernfächer sind miteinander verschmolzen. Sie passen sich der Lernsituation und den Schüler*innen an. Den klassischen Kurs oder die klassische Unterrichtsstunde gibt es teilweise nicht mehr. Es gibt bestimmte Lernumfänge, die als Basis jede*r lernt. Darüber hinaus gibt es einen sehr großen Spielraum für individuelle Inhalte. Generell steht das Lernziel im Vordergrund. Schüler*innen verstehen wozu sie lernen. Daraus leiten sich individuelle Inhalte, Lernmethoden und Lerndauer ab. Auch Lerngruppen werden davon abhängig gebildet. Sie berücksichtigen die individuellen Persönlichkeiten der Schüler*innen.

Im Bereich Bildung werden komplett neue Konzepte umgesetzt. Innovationen werden gesammelt und koordiniert. Technologie wird genutzt, um Bildungsangebote zu personalisieren und dennoch im größeren Umfang anbieten zu können. Bildungseinrichtungen und Konzepte entwickeln sich kontinuierlich weiter. Best Practices werden international ausgetauscht und gefördert. Lehrer, Eltern und Bildungspartner arbeiten zusammen. Die Konzepte passen sich so den Bedarfen an.

Auch in Bildungseinrichtungen wird in die Zukunft gedacht. Sie erhalten zum Beispiel professionelle Unterstützung bei der Visions- und Strategieentwicklung und bei deren Umsetzung in die Realität. Nicht nur im Strategieprozess, auch im Alltag wird Partizipation gelebt. Zum Beispiel werden Schüler*innen in den Gestaltungsprozess und in den Feedbackprozess einbezogen, oder Erziehungsberechtigte werden in die Vermittlung der Lerninhalte und Lernerfolge einbezogen.

Sowohl in der Schule, als im Rahmen der Kinderbetreuung, stehen die Grundbedürfnisse von Kindern an erster Stelle. Freies Spiel ist zum Beispiel weiterhin Grundbestandteil der Betreuung in der Kita. Kinderrechte werden durchgängig berücksichtigt. Auch im Kita-Bereich wird Partizipation von Kindern und Eltern groß geschrieben. Von Beginn an wird der wertschätzende und reflektierte Umgang mit sich selbst, mit anderen und mit der Umwelt gefördert.

Auch Kitas sind wie Schulen eng mit ihrer Umgebung vernetzt. So wird zum Beispiel der Austausch zwischen Kindern und Senior*innen unterstützt. Kinder erlernen von Beginn an, wie regionale Produkte angebaut werden und werden in die Tätigkeit mit einbezogen.

Inspiration und weiterführende Quelle: Creative Schools von Ken Robinson und Lou Aronica

©2020 by Anna Tollmien